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Outs, Odds und Pot-Odds beim Pokern

Autor: QuantumStraight | Datum: Di. 19. Juni 2007

Ich will Sie ja wirklich nicht vergraulen, aber die nachfolgende Thematik ist leider genauso wichtig wie sie gewöhnungsbedürftig ist. Machmal kann es sich zwar etwas kompliziert anhören, obwohl es, wenn man es erst einmal vertsanden hat, ganz einfach ist. Sie sollten sich für diesen Artikel wirklich viel Zeit nehmen und ihn in aller Ruhe durcharbeiten und sich immer wieder mit Beispielen helfen.

Ich werde hier nicht zu tief in die Thematik einsteigen, sondern möchte es so einfach wie möglich halten. Ziel ist es einfach, das Sie die Gesetzmäßigkeiten verstehen. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt dann tiefer in die Thematik einsteigen wollen, finden Sie im Internet genügend ausführlichere Erklärungen hierzu.

Fangen wir also an.

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1. Was also sind Outs?

Unter einem Out versteht man eine Karte, mit der Sie ihre eigene Hand zur (wahrscheinlich) besten Hand verbessern können.

Beispiel 1: Nehmen wir an, sie haben 7Kreuz Club 6Kreuz Club auf der Hand und das Board am Flop ist: 8Pik Spade 5Pik Spade 2Karo Diamond. Dann bescheren Ihnen also jede 9 und jede 4 am Turn die Nutstraight, also die bestmögliche Straight, und damit die bestmögliche Hand zu diesem Zeitpunkt. Das heißt, Sie haben 8 Outs, nämlich die 4 Neunen und die 4 Vieren.

Beispiel 2: Sie haben 10Kreuz Club 9Herz Heart auf der Hand und der Flop zeigt QHerz Heart JPik Spade 2Karo Diamond, dann bringt Ihnen jede 8 und jeder König eine Straße. Das heißt, Sie haben 8 Outs (vier 8er und vier Könige).

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1.1 Was bedeutet Discounted Outs?

Wie oben bereits definiert, bezeichnet man als Outs die Gesamtheit der Karten die Ihnen vermutlich die Siegerhand beschert. Dabei müssen Sie aber unbedingt beachten, dass nicht jede Karte die Ihre Hand verbessert, Ihnen auch zur besten Hand verhilft. Die Anzahl der Outs die Ihre Hand zwar verbessert, aber eben nicht zur besten Hand verhilft, müssen Sie von der Gesamtzahl der Outs abziehen. Das Ergebnis nennt man dann Discounted Outs (Der Begriff stammt vom englischen “to discount” ab und bedeutet “abziehen, abrechnen”).

Beispiel 1: Nehmen wir an, Sie haben 7Kreuz Club 6Kreuz Club auf der Hand und auf dem Flop liegt: 8Pik Spade 5Pik Spade 2Karo Diamond. Hier geben Ihnen jede 4 und jede 9 zwar die Nutstraight, jedoch machen die 4Pik Spade und die 9Pik Spade auch einen Flush möglich, so das Sie eventuell zwar ihre Straight machen, aber eventuell gegen einen Flush verlieren.

Inm obigen Beispiel können Sie die Outs also nicht komplett als volle Outs zählen. Denn je nach Gegener-Anzahl, müssen Sie diese Outs evetuell abwerten. Haben Sie nur einen einzelnen Gegner, dann ist ein Flushdraw relativ unwahrscheinlich, dann haben Sie noch fast volle 8 Outs. Haben Sie 2 Gegner, dann können Sie nur noch knapp 7 Outs rechnen. Gegen mehr Gegner haben Sie allerdings nur noch 6 sichere Outs.

Beispiel 2: Nehmen wir an, Sie haben APik Spade KKreuz Club auf der Hand und auf dem Flop liegen JKaro Diamond 7Herz Heart 2Kreuz Club. Hier sind die möglichen Outs die Asse und die Könige, die Ihnen ein Paar liefern, das höher ist als die derzeit höchsten Karte auf dem Board. Das heißt, Sie haben im obigen Beispiel auf den ersten Blick sechs Outs, drei Könige und drei Asse.

Aber auch hier müssen Sie die Outs abwerten. Kommt beispielsweise ein Ass und Sie spielen gegen einen Gegner der zum Beispiel AJ auf der Hand hat, dann konnten Sie zwar Ihre Hand verbessern, der Gegner allerdins auch. Demzufolge haben Sie hier also keine sechs volle Outs mehr, sondern nur noch geschätzte drei Discounted Outs.

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2. Was sind Odds

Wenn Sie die Anzahl Ihrer Outs erst einmal bestimmt haben, dann können Sie jetzt angeben mit welcher Wahrscheinlichkeit sich Ihre Hand verbessert. Dieses Wahrscheinlichkeit wird beim Pokern, um es anscheulicher zu machen und um es besser handhaben zu können, in Odds dargestellt. Die Odds sind im Grunde genommen eine Gegenüberstellung der Fälle, mit günstigem Ausgang und denen mit ungünstigem Ausgang.

Beispiel: Nehmen wir wieder an, sie haben 7Kreuz Club 6Kreuz Club auf der Hand und das Board am Flop ist: 8Pik Spade 5Pik Spade 2Karo Diamond. Dann bescheren Ihnen also jede 9 und jede 4 am Turn die Nutstraight, also die bestmögliche Straight, und damit die bestmögliche Hand zu diesem Zeitpunkt. Das heißt, Sie haben 8 Outs, nämlich die 4 Neunen und die 4 Vieren.

Nun kennen Sie bereits 5 Karten. Nämlich Ihre eigenen 2 und die 3 Karten die offen auf dem Board liegen. Von den verbleibenden 47 unbekannten Karten die am Turn kommen könnten, helfen Ihnen also 8 Karten weiter. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit ihr Blatt zu verbessern, eben die Odds, liegen bei 39:8 (ausgesprochen: 39 zu 8). Das heißt im Klartext: 39 Karten die Ihnen nicht weiterhelfen, stehen 8 Karten gegenüber, die helfen Ihr Blatt zu verbessern. Um das ganze etwas anscheulicher zu gestalten, kürzen Sie einfach auf beiden Seiten, so dass rechts eine 1 steht. In unserem Beispiel hier also 4,875:1. Sie können das grob abrunden auf 5:1. Und jetzt haben wir eine etwas klarere Aussage. Nämlich, Sie werden sich also in einem von sechs fällen verbessern.

Da beim No-Limit Holdem im Gegensatz zum Fixed-Limit jederzeit die Möglichkeit besteht All-In zu gehen, ist es aber nicht nur wichtig die Odds für die Turn-Karte zu kennen, sondern auch die Odds für die Turn und Riverkarte zusammengenommen, wenn Sie beispielsweise am Flop All-In gehen möchten. Hierzu schauen wir uns wieder das obige Beispiel an mit den 8 Outs.

Sie wissen jetzt bereits, das die Odds bei nur einer kommenden Karte die Straight zu treffen, also dem Turn, 5:1 betragen. Sie treffen also in einem von sechs Fällen Ihre Straight. Die Wahrscheinlichkeit beträgt also 1/6 (ein Sechstel). Sie haben bestimmt bereits bemerkt, das sich der Ausdruck in Odds oder in Wahrscheinlichkeit sich unterscheidet. Der Ausdruck Odds stellt die guten und die schlechte Ergebnisse gegenüber, während die Wahrscheinlichkeit die Chance ausdrückt, mit der das gewünschte Ergebnis eintrifft. In unserem Beispiel also in einem von sechs Fällen. Die Wahrscheinlichkeit also, eines Ihrer Outs am Turn zu treffen, beträgt 1/6.

Nun müssen wir uns aber noch die River-Karte anschauen für den Fall, das Sie am Turn keines Ihrer Outs getroffen haben, aber vielleicht am River eines treffen. Sie wissen mittlerweise, das die Wahrscheinlichkeit am Turn keines ihrer Outs zu treffen, 5/6 beträgt. Die Odds dafür, das Sie am River eines Ihrer Outs zu treffen liegen nun bei 38:8, (Die Turn-Karte ist Ihnen ja jetzt bereits bekannt) also gekürzt bei 4,75:1. Wir runden dies wieder grob auf 5:1. Also beträgt jetzt die Wahrscheinlichkeit, das Sie am River eines Ihrer Outs treffen, wiederum 1/6.

Ich möchte es Ihnen aber nicht unötig schwer machen mit der ganzen Rechnerei. Ich habe Ihnen das hier nur einmal aufgezeigt, damit Sie vertehen können wie sich das ganze errechnet.

Sie finden in dr Nachfolgendn Tabelle, die Odds sowohl für die nächste Karte (vom Flop zum Turn), als auch für die nächsten zwei Karten (vom Flop zum River), sowie für die typischen Draws und sie Anzahl der entsprechenden Outs. Für die Analyse der River Karte vom Turn ausgehend, können Sie ebenfalls die Spalte “Odds Flop – Turn (1 Karte)” nutzen. Hier verändern sich die Odds nicht wesentlich.

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Anzahl
Outs
Odds für
Flop-Turn
(1 Karte)

Odds für
Flop-River
(2 Karten)

Beispiele
1 46,0:1 22,5:1 Backdoor Flush oder Straight Draw
2 22,5:1 10,9:1 Pocketpair over Pocketpair
3 14,7:1 7,0:1 Gleiches Paar, schlechterer Kicker
4 10,8:1 5,1:1 Gutshot Straight Draw
5 8,4:1 3,9:1 One Pair, zu Two Pair oder Trips
6 6,8:1 3,1:1  
7 5,7:1 2,6:1  
8 4,9:1 2,2:1 Open Ended Straight Draw
9 4,2:1 1,9:1 Flush Draw
10 3,7:1 1,6:1  
11 3,3:1 1,4:1  
12 2,9:1 1,2:1 Flushdraw und Gutshot Straight Draw
13 2,6:1 1,1:1 Open Ended Straight Draw + Pair
14 2,4:1 1:1,1 Flushdraw + Pair
15 2,1:1 1:1,2 Straighflush Draw

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3. Was bedeutet nun aber Pot Odds

Mit Pot Odds wird das Verhältnis bezeichnet zwischen der Größe Ihres eigenen Einsatzes und der Größe des bereits im Pot befindlichen Einsatzes aller zum gegebenen Zeitpunkt. Das zu verstehen ist sehr wichtig um zu berechnen, wann es sich für Sie lohnt mitgehen und wann nicht.

Beispiel: Nehmen wir an, der Pot am River ist $12 groß. Nun macht ihr Gegner eine Bet in Höhe von sagen wir $6. Das heißt also, Sie müßten $6 callen um eventuell $18 (Größe des Pots zuzüglich der Bet ihres Gegners) zu gewinnen. Das bedeutet, die Pot-Odds um zu callen betragen hier 18:6. Zu besseren Verständnis kürzen wir hier auf 3:1.

Sie denken jetzt vielleich: Aber ich habe doch bereits schon Geld in den Pot bezahlt. Muss ich das nicht mitberücksichtigen? Ganz klar Nein. Sie dürfen für die Berechnung der Pot-Odds, ihre eigenen Einsätze aus früheren Wettrunden nicht berücksichtigen. Diese spielen jetzt und hier keine Rolle mehr, abgesehen davon, das diese die Größe des Pots mitbestimmen. Sobald das Geld von Ihnen in den Pot eingezahlt wurde, gehört es Ihnen nicht mehr. Daß Sie zu diesem Zeitpunkt bereits mehr oder weniger viel Geld in den Pot eingezahlt haben, darf kein Grund darstellen, das Sie ihre Hand auch in Situationen weiterspielen, der einen negativen Erwartungswert darstellt. Bei der Berechnung der Pot-Odds ist nur die gerade aktuelle Wettrunde relevant und eventuell zukünftige, aber niemals die bisherigen.

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3.1 Die relative Position zur Berechnung Ihrer Pot-Odds

Wichtig bei der Berechnung der Pot-Odds ist auch Ihre relevante Position am Tisch ihrem Gegener gegnüber, der wie im obigen Beispiel, den Bet macht.

Beispiel: Nehmen wir an, Sie sitzen mit einem Gutshot direkt links vom Better und nach Ihnen kommen noch drei Personen dran. Der Pot beträgt zu diesem Zeitpunkt $22 und Ihr Gegner neben Ihnen bettet $2. Bisher liegt also das 11-fache ihres zu bringenden Einsatzes im Pot, so dass Sie angesichts ausreichender Odds von 10,8:1 Ihre Hand vermeintlich spielen können. Was aber passiert, wenn hinter Ihnen geraised wird? Sagen wir um weitere $2. Dies würde Ihre Odds empfindlich beschneiden, da Sie jetzt mindestens den zweifachen Preis für die nächste Karte zahlen müssen. Die Hand ist somit aufgrund Ihrer Position nicht mehr spielbar!

Optimal für die Berechnung Ihrer Pot Odds wäre es, wenn Sie die Wettaktion abschließen könnten. (Nach Ihnen kommt keiner mehr dran) Ist dies nicht der Fall, benötigen Sie deutlich bessere Odds, als die mindestens erforderlichen, sozusagen als Sicherheitsmarge.

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Nachwort

Natürlich könnte man noch sehr viel mehr ins Detail gehen, aber die oben genannten Informationen reichen aus um erfolgreich ins Spiel einzusteigen. Sie wissen jetzt was Outs sind und wie Sie diese zählen, wie die Odds, also die Wahrscheinlichkeit ermittelt wird und Sie haben gelernt, wie Sie Ihre Pot-Odds berechnen um herauszufinden ob sich ein weiterspielen Ihres Blattes lohnt oder nicht.

Was ich Ihnen jetzt noch ans Herz legen will ist, das Sie ihre gespielten Hände regelmäßig im Nachhinein analysieren um zu prüfen, inwiefern Sie die oben genannten Regeln auch befolgt haben. Mit der Zeit werden Sie darin immer mehr Erfahrung bekommen und Sie werden dann nicht mehr immer nachrechnen müssen, sondern werden instinktiv die richtigen Entscheidungen treffen.

Denken Sie daran. Der Erfolgt beim Pokern hängt davon ab, das Sie die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Sie Ihre Gegner dazu zu veranlassen falsche Entscheidungen zu treffen.

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