Bewertung der eigenen Hand am Flop
Autor: QuantumStraight | Datum: Mo. 25. Juni 2007
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Die wichtigste Stelle für Ihre Hand ist der Flop, denn hier werden drei der insgesamt fünf Gemeinschaftskarten auf einen Schlag aufgedeckt. Im Gegensatz zu anderen Poker-Varianten besitzt die beste Hand auf dem Flop gute Chancen, ihre Führungsposition zu verteidigen. Es ist deshalb äußerst wichtig, die Stärke ihrer eigenen Hand am Flop korrekt einzuschätzen. Sonst laufen Sie Gefahr, viel Geld in einen aussichtlosen Kampf zu investieren.
Ein Wort der Warnung gleich zu Beginn: Auf dem Flop “werden die Karten neu gemischt”. Auch mit guten Startkarten wie z.B. A K muss man in den meisten Fällen seine Hand am Flop aufgeben, wenn man ihn nicht trifft! Hold’em Poker erfordert auch in diesem Punkt ein sehr hohes Maß an Geduld und Disziplin.
Die eigene Hand am Flop wird gemäß Ihrer Stärke einer der drei nachfolgenden Gruppen zugeordnet. Diese sind wie folgt:
- Made Hands: Made Hands sind bereits fertige Hände. Diese stellen am Flop wahrscheinlich die Stärkste Hand dar und sie sind für sich genommen stark genug sind, den Showdown am River zu gewinnen.
- Drawing Hands: Drawing Hands sind sozusagen unfertige Hände. Sie sind noch nicht stark genug, um den Showdown zu gewinnen aber sie können noch zu einer sehr starken Hand bis zum River werden. Deshalb lohnt es sich, diese eventuell weiterzuspielen.
- Trash Hands: Trash Hands (englisch Trash = Müll). Hierzu gehören alle Hände, die nicht den zwei obigen Gruppen zuzuordnet werden können und die für sich alleine genommen, nur sehr wenig Aussicht haben, den Showdown zu gewinnen. Diese werden sich meistens auch nicht verbessern.
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Jeder Pokerspieler möchte natürlich am liebsten auf dem Flop bereits eine Made Hand haben, weil er damit meisten auch den Showdow gewinnen wird und gleichzeitg natürlich auch einen guten Gewinn. Ich persönlich spiele auch gerne Drawing Hands, weil diese wirklich sehr profitabel sein können. Trash Hands ist das, was Sie sehr oft haben werden und ich habe mir angeeignet, noch nicht einmal darüber nachzudenken, ob ich dieses Blatt spiele oder nicht, sonder werfe es einfach weg. Es lohnt sich einfach nicht damit weiterzuspielen.
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Zu den Made Hands gehören generell alle Hände, die Sie bereits aus dem Artikel zur Wertigekit der Hände kennen, bis hinunter zu Top Pair.
Diese sind also wie folgt:: Royal Flush, Straight Flush, Four of a Kind, Full House, Flush, Straight, Set, Trips, Two Pair, Overpair, Top Pair.
Haben Sie bereits am Flop eine der oben genannten Hände, so liegen Sie mit großer Sicherheit vorne und ihre Gegner haben in der Regel geringe Chancen, Sie noch zu überholen. Deshalb ist es Ihr Ziel, so viel Geld wie möglich in den Pot zu bekommen. Bei den kleinen Limits, wo die Gegner mit allen möglichen Händen Ihre Bets und Raises callen, sollten Sie deshalb mit solchen Händen so viel betten und raisen wie möglich. Wichtig: Sie sollten nicht durch Checks oder einfache Calls versuchen, ihre Gegner künstlich in der Hand zu halten.
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle noch zwei Begriffe erklären, die bis jetzt in den Artikeln zuvor noch nicht genannt wurden. Der eine Begriff ist Top Pair und der andere Overpair:
Top Pair:
Unter einem Top Pair versteht man jedes Paar, das die höchste Flopkarte beinhaltet. Hier zwei Beispiele:
Beispiel 1: Ihre Starthand: A
Q
. Auf dem Board liegt: J
Q
7![]()
Beispiel 2: Ihre Starthand: K
10
. Auf dem Board liegt: 3
10
7![]()
Overpair:
Unter einem Overpair versteht man jedes fertige Paar in der Starthand, das höher ist als jede Flopkarte. Hier zwei Beispiele:
Beispiel 1: Ihre Starthand: A
A
. Auf dem Board liegt: K
Q
7![]()
Beispiel 2: Ihre Starthand: J
J
. Auf dem Board liegt: 3
10
7![]()
Top Pairs und Overpairs spielen sich fast identisch. Mit einem Top Pair oder Overpair haben Sie in den meisten Fällen am Flop das stärkste Blatt. Allerdings ist ihre Hand sehr angreifbar, denn fast jeder Gegner hat die Chance, Sie durch eine passende Karte am Turn oder River zu überholen. Deshalb ist es wichtig, ihre verwundbare Hand möglichst aggressiv zu verteidigen, d.h. zu betten und zu raisen, so dass ihre Gegner möglichst viel zahlen müssen, um den Turn zu sehen.
Halten Sie z.B. AK bei einem Flop von K 7 2, dann stellt ein Gegner, der 33 auf der Hand hat durchaus eine Gefahr da: er könnte Glück haben und am Turn eine weitere 3 bekommen. Damit dies nicht passiert, müssen Sie durch Betten und Raisen ihre Hand “beschützen” und ihn entweder zu einem schlechten Call oder zu einem Fold zu zwingen.
Stoßen Sie am Flop allerdings auf harten Widerstand durch den Raise oder Reraise eines ihrer Gegner, so müssen Sie in der Regel vorsichtiger werden. Je nach Gefährlichkeit des Boards könnten Sie bereits geschlagen sein. Natürlich können Sie nicht auf bloßen Verdacht ihre Hand folden, aber in so einem Fall sollten Sie in den meisten Fällen zunächst nur noch callen und den Turn abwarten.
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Wie bereits oben erwähnt sind Drawing Hands unfertige Hände, bei denen noch 1 Karte zur fertigen Hand fehlt. Hier einige Beispiele:
Flush Draws
(4 Karten zum Flush - 1 Karte fehlt noch)
Wenn Sie zwei Karten von der gleichen Farbe auf der Hand haben und auf dem Board kommen am Flop zwei weitere Karten dieser Farbe, dann spricht man von einem Flush-Draw, da Ihnen nur noch eine Karte dieser Farbe zum Flush fehlt.
Beispiel 1: Ihre Starthand: A
10
. Auf dem Board liegt: 6
8
Q![]()
Wenn Sie sich die Outs und Odds Tabelle anschauen, werden Sie feststellen, das die Wahrscheinlichkeit, das Sie bis zum River Ihren Flush treffen bei 1,9:1 liegen. Das entspricht in etwas 35%. Und mit einem Flush gewinnen Sie meistens den Showdown. Wie in diesem Beispiel, lohnt es sich fast immer seinen Draw weiterzuspielen.
Vorsichtig müssen Sie allerdings sein, wenn auf dem Board bereits 3 Karten einer Farbe liegen und Sie selbst aber nur eine auf der Hand haben. Jetzt haben Sie zwar auch einen Flush-Draw, aber wenn noch mehrere Gegner im Spiel sind, dann ist dieser meisten wertlos wenn Sie nicht das Ass halten oder zumindest den König davon auf den Hand halten. Siehe hierzu das folgende Beispiele.
Beispiel 2: Ihre Starthand: A
K
. Auf dem Board liegt: 6
8
Q![]()
Beispiel 3: Ihre Starthand: 8
5
. Auf dem Board liegt: 6
2
Q![]()
Im Beispiel 2 ist die Hand noch spielbar, allerdings in Beispiel 3 nicht mehr.
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Open Ended Straight Draw
(4 aufeinanderfolgende Karten zur Straight - 1 Karte fehlt noch)
Da es unterschiedlichen Arten von Straight Draws gibt, schauen wir uns jetzt als erstes einmal den sogenannten “Open Ended Straight Draw (OESD)” an. Er ist von allen der Stärkste. Als OESD wird ein Draw bezeichnet, der vier aufeinanderfolgede Karten aufweißt, also ohne eine Lücke dazwischen.
Beispiel 1: Ihre Starthand: Q
J
. Auf dem Board liegt: 9
5
10![]()
Das heiß also, die vier aufeinanderfolgende Karten sind in diesem Fall: 9, T, J und Q. Und bedeutet somit, das Ihnen hier jeder König und jede Acht eine Straight beschert.
Beispiel 2: Ihre Starthand: 10
J
. Auf dem Board liegt: 9
8
6![]()
In diesem Fall sind die vier aufeinanderfolgende Karten: 8, 9, 10 und J. Und bedeutet somit, das Ihnen hier jede 7 und jede Q wiederum eine Straight bescheren.
Da ein OESD eine ähnliche Stärke aufweist wie ein Flush Draws werden Sie, wenn Sie bis zum River Ihre Straight treffen, fast immer auch den Showdown gewinnen. Somit lohnt sich ein Weiterspielen fast immer.
Es gibt allerdings eine Situation, in der sich Ihr OESD als wertlos erweisen könnte und das ist, wenn sich auf dem Board 3 Karten der selben Farbe befinden, Sie selbst davon aber keine Hohe Karte auf der Hand halten, also keinen guten Flush Draw haben. In diesem Fall macht es keinen Sinn mehr, das Sie auf Ihre Straight hoffen, weil diese einem Flush deutlich unterlegen ist.
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Monster Draw
(Straight Draw + Flush Draw - Es fehlt also jeweils nur 1 Karte)
Hin und wieder werden Sie eine Hand am Flop haben, bei der Sie zum einem 4 Karten zum Flush und zusätzlich noch 4 Karten zur Straight haben. Diese Hand hat zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich Stärke, aber die Wahrscheinlichkeit, das sich Ihre Hand bis zum River in eine Straight oder einen Flush verwandelt, liegt bei weit über 50%.
Beispiel 1: Ihre Starthand: K
Q
. Auf dem Board liegt: J
T
2![]()
Beispiel 2: Ihre Starthand: Q
J
. Auf dem Board liegt: A
T
8![]()
In den oben gezeigten Beispielen halten Sie nicht nur einen Flush Draw auf der Hand, sondern zusätzlich auch noch einen Open Ended Straight Draw. Denn jede 9 und jeder König bringen Ihnen gleichzeitig auch eine Straight.
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Gutshot Straight Draw
(4 Karten zur Straight allerding mit einer Lücke)
Ab und an werden Sie auch einmal eine Hand am Flop haben, die für sich genommen zwar 4 Karten zur Straight bedeuten, nur mit dem Nachteil, das Sie einen sogenannten Bauchschuß aufweist, also mit einer Lücke dazwischen. Wenn Sie einen solchen Gutshot auf der Hand haben, der überigens deutlich schwächer ist als alle anderen, dann sollten Sie damit sehr sehr vorsichtig spielen.
Beispiel: Ihre Starthand: J
T
. Auf dem Board liegt: 8
7
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In diesem Fall führt nur eine Karte, nämlich die 9, zu Ihrer Straight.
Ein Gutshot Straight Draw ohne zusätzliche Gewinnmöglichkeiten ist meistens wertlos und sollte gecheckt und gegen eine Bet gefoldet werden. Ich persönlich zähle Sie fast schon zu den Trashhands.
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Zu den Trashhands gehören alle Hände, die bisher hier nicht genannt wurden und in keine der oben genannten Gruppen eingeordnet werden können. Deshalb werde ich auf diese hier auch nicht weiter eingehen. Mit solchen Händen sollten Sie auf keinen Fall weiterspielen, weil diese in den allermeisten Fällen nicht mehr Gewinnbringend sind. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie sich für den Anfang darauf konzentrieren zu lernen, wie Sie die starken Hände von den schwachen unterscheiden.
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