Bitte beachten Sie auch die aktuellen Hinweise. Vielen Dank

Bankrollmanagement Teil II

Autor: QuantumStraight | Datum: Fr. 22. Juni 2007

Die Bestandteile oder Prinzipien des Bankrollmanagements.

1. Kapitalerhaltung

Kapitalerhaltung sollte bei jedem Bankroll Management an oberster Stelle stehen. Ohne Kapital kann man nicht Pokern (zumindest nicht mit echtem Geld, das lĂ€sst sich bekanntlich nicht so einfach „reloaden“ wie Playmoney). Es ist ja nicht nur so, dass man das Geld beim Pokern zum Setzen braucht. Vielmehr ist es (in Gestalt der Chips) so etwas wie eine Spielfigur. Schach spielen ohne König ist ebenso undenkbar.

Kapitalerhaltung ist ein bedeutendes Thema, weil dem Kapital beim Pokern kurzfristig große Gefahren drohen. Diese Gefahren nennt man Downswings (PechstrĂ€hnen). Wenn es ganz dicke kommt, kann ein guter Spieler wĂ€hrend einer einzigen Sitzung 100 BB (Big Bets oder auch Big Blinds genannten) verlieren. Davor ist keiner gefeit. Jeder erfahrene Spieler weiß, dass es manchmal wie verhext ist. Alles kommt zusammen: schlechte Startkarten (noch das kleinste Problem, man verliert halt jede Menge Blinds), man trifft keinen Flop, teure Draws, die sich nicht materialisieren wollen und jede Menge second best hands.

Noch gefĂ€hrlicher sind natĂŒrlich die langfristigen PechstrĂ€hnen. Zwar gleichen sich Kartenpech und KartenglĂŒck langfristig auf jeden Fall aus, doch dieser Zeitpunkt kann in ferner Zukunft liegen. Matthew Hilger schreibt dazu in seinem Buch “Internet Texas Hold’em”, dass ein guter Spieler mit einer durchschnittlichen Stundenrate von einer Big Bet pro Stunde, im Falle einer extrem ausgedehnten PechstrĂ€hne erst nach 1400 Stunden wieder an den Punkt kommen kann, an dem er Plus-Minus-Null ist.

In der Praxis kommt so etwas natĂŒrlich selten vor, doch das Beispiel zeigt, was mathematisch im Bereich des Möglichen liegt. Um Downswings aushalten zu können mĂŒssen wir uns daher RĂŒcklagen bilden. Die Höhe der RĂŒcklage ist natĂŒrlich abhĂ€ngig vom jeweiligen Limit.

FĂŒr einen guten Spieler sind 300 Big Blinds beim Limit Poker und 2000 Big Blinds beim No-Limit Poker ein solides finanzielles Polster. AnfĂ€ngern rate ich persönlich zu 400 Big Blinds beim Limit Poker und 2500 Big Blinds beim No-Limit Poker.

2. Profitmaximierung

Da wir eine RĂŒcklage von 300 Big Blinds benötigen (im Microlimit-Bereich kann dieser Wert auch unterschritten werden, da das Spielniveau verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig niedrig ist), ist das Limit auf dem wir spielen können, abhĂ€ngig von unserer Bankroll. WĂŒrde man nun durch ein falsches oder fehlendes Bankrollmanagement zu schnell in den hohen Limits spielen, wĂŒrde der Großteil der Bankroll leicht einem der unvermeidlichen Downswings zum Opfer fallen können. Man mĂŒsste dann wieder ganz unten anfangen und wĂ€re dadurch in seiner Entwicklung und im Vermögensaufbau empfindlich zurĂŒckgeworfen worden. Mit einem soliden und stetigen Wachstum kommt man viel schneller an sein Ziel: profitabel die hohen Limits spielen.

3. Nachhaltigkeit

Bevor man auf ein höheres Niveau Limit wechselt, sollte man das gegenwĂ€rtige Niveau nachhaltig geschlagen haben. Man erreicht damit mehrere Ziele. Zum einen bestĂ€tigt man damit seine Reife fĂŒr das höhere Limit. Zum anderen werden böse Überraschungen vermieden.

Die Erfolgserlebnisse gegen die unterlegene Gegnerschaft stĂ€rken das Selbstbewusstsein. Poker ist auch ein psychologisches Spiel und da ist ein gesundes Selbstbewusstsein das A und O. Übrigens beweist man durch die disziplinierte Einhaltung bankrollspezifischen Bestandteile, dass man ĂŒber die nötige Geduld verfĂŒgt, die einen starken Hold’em Spieler auszeichnet.

Hier sei es nochmals explizit erwĂ€hnt: Hold’em ist ein Geduldspiel! Das betrifft sowohl das Bankroll Management als auch das strategische Herangehen. Eine gesunde Richtschnur fĂŒr den Aufstieg aufs höhere Limit ist, wenn Sie mit Ihrem Gewinn aus diesem Limit eine Bankroll aufgebaut haben die den 300 BB (Limit) bzw. den 2000 BB (No-Limit) des höheren Limit entspricht.

4. FlexibilitÀt

Der Aufstieg in den Limits muss sich flexibel am Wohl und Wehe der Bankroll ausrichten. Sollte die Bankroll Schaden nehmen, ist ein Abstieg auf das vorherige Limit erforderlich. Der Zeitpunkt des Abstiegs ist “spĂ€testens” gekommen, wenn die Bankroll auf 300 BB (Limit) bzw. auf 2000 BB (No-Limit) der unteren Stufe gesunken ist. Uns ist bewusst, dass jeder Abstieg eine psychologische Barriere darstellt, denn keiner schreitet gerne zurĂŒck. Trotzdem ist er absolut erforderlich. Verstoßen Sie nicht dagegen. Sonst sind Sie sehr schnell pleite.

Wichtig dabei ist natĂŒrlich die richtige Einstellung. Der Abstieg darf keinesfalls als Niederlage aufgefasst werden. Er ist einfach das Resultat einer PechstrĂ€hne. GlĂŒck und Pech sind Faktoren, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. NatĂŒrlich bedeutet der Abstieg keinesfalls, dass man den Spielern unterlegen ist, deren Limit man gerade verlĂ€sst. Er bedeutet schlichtweg, dass man momentan nicht flĂŒssig genug ist. Und natĂŒrlich bedeutet er auch, dass man intelligent und beweglich genug ist, eine Krisensituation zu meistern.

Jemand der die FÀhigkeit besitzt, auch in den Limits abzusteigen, wenn dies notwendig wird, zeigt dadurch sehr viel charakterliche StÀrke!

5. Komfortzone

Die Wahl des richtigen Limits hat auch viel mit der eigenen Komfortzone zu tun. FĂŒr jeden hat das Geld einen individuellen Wert. Spielt man auf einem niedrigen Limit, kann es sein, dass man den Einsatz nicht genĂŒgend achtet und anfĂ€ngt, zu lĂ€ssig zu spielen. Spielt man dagegen auf einem Niveau ĂŒber der eigenen Komfortzone, stellt sich leicht eine Art Beklommenheit ein. Man verhĂ€lt sich passiver, als es die strategische Vernunft gebietet. Vermögende AnfĂ€nger sollen nicht in Cent-Einheiten sondern in Big Blinds (”Erfolgspunkten”) denken!

6. Disziplin

Kein noch so gutes Bankrollmanagement schĂŒtzt euch vor Dummheiten, wenn es nicht eingehalten wird. Haltet euch bitte strikt an die Vorgaben, egal was passiert. Aufgrund der zuvor erwĂ€hnten Swings kann es sehr leicht passieren, dass ihr drei Sessions in Folge gewinnt. Das ist natĂŒrlich sehr ermutigend, jedoch kein Grund die Bodenhaftung zu verlieren. Die nĂ€chste PechstrĂ€hne wartet schon um die nĂ€chste Ecke herum. Spielt also ganz normal nach Fahrplan und euch kann nichts passieren.

Auf keinen Fall vorzeitig in den Limits aufsteigen!

Weiter geht es im Bankrollmanagements Teil III

Seite empfehlen

RSS-Feed
RSS-Feed

Kommentare


Einen Kommentar verfassen



(wird nicht veröffentlicht)


(sofern vorhanden)




 

    Magic Cards GewinnspielQuantumStraight Magic Cards Gewinnspiel


  • Bevorzugte BĂŒcher




GoogleWitch SucheAllesklarPokerStrategyRetort.de WebkatalogCCK WebkatalogTopsurftips.deSuchnase

24 queries. 1.414 seconds